Text mit der Atbash-Spiegelverschlüsselung kodieren und dekodieren (A↔Z, B↔Y)
Die Atbash-Chiffre ist eine der ältesten bekannten Substitutionschiffren, die um 600 v.Chr. in der alten hebräischen Tradition entstand. Sie funktioniert durch Umkehrung des Alphabets: A wird zu Z, B zu Y, C zu X, bis Z zu A wird. Die kritische Eigenschaft des Atbash ist, dass es sein eigenes Inverses ist: Ver- und Entschlüsseln sind dieselbe Operation.
Atbash erscheint in der hebräischen Bibel — das Buch Jeremia verwendet es, um "Babel" als "Sheshach" zu kodieren. Trotz seiner historischen Bedeutung bietet Atbash nach modernen Standards keine Sicherheit.
Atbash bildet jeden Buchstaben an Position i auf die Position (n-1-i) ab. Erneutes Anwenden kehrt zur ursprünglichen Position zurück. Dies ist die mathematische Eigenschaft einer Involution: eine Funktion, die ihr eigenes Inverses ist. Dieselbe Eigenschaft gilt für ROT13.
Caesar-Chiffre verschiebt das Alphabet um einen festen Betrag. Atbash kehrt das Alphabet um. ROT13 ist eine Caesar-Chiffre mit Verschiebung 13. Alle sind monoalphabetische Substitutionschiffren mit derselben Schwäche: Häufigkeitsanalyse bricht sie sofort.
Hebräisches Atbash bildet ab: א (Aleph)↔ת (Tav), ב (Bet)↔ש (Shin) usw. Der Name Atbash kodiert dies selbst: Aleph-Tav-Bet-Shin = die ersten zwei Paare der Chiffre.
Atbash erscheint in: esoterischen Traditionen (Kabbala), Rätselspiele und Escape Rooms, historischer Fiktion und als Lehrbeispiel in Kryptografiekursen. Kein praktischer Sicherheitseinsatz.
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