50% Rabatt plus 20% extra sind keine 70% — das ist die echte Zahl

Kombinierte Rabatte addieren sich nie. 50% und 20% ergeben 60% Rabatt, nicht 70%. Hier ist der Einzeiler-Trick, um jede Kombination im Kopf zu rechnen, und wo der Unterschied dich wirklich Geld kostet.

Eine Jacke kostet 100. Sie ist mit 50% Rabatt ausgezeichnet, und heute gibt es 20% extra auf reduzierte Artikel. Das sind keine 70% Rabatt — du zahlst 40, also 60% Rabatt. Der zweite Rabatt gilt nicht für den Originalpreis, sondern für den bereits reduzierten Preis: es sind 20% von 50, nicht 20% von 100.

Der Trick: multipliziere, was übrig bleibt, nicht was abgezogen wird

Statt die Rabatte zu addieren, multipliziere das, was nach jedem übrig bleibt. Ein Rabatt von 50% lässt 0,5 des Preises übrig. Ein Rabatt von 20% lässt 0,8 übrig. Multipliziert: 0,5 × 0,8 = 0,4 — du zahlst also 40% des Originals und der echte Rabatt beträgt 60%. Das funktioniert für beliebig viele kombinierte Rabatte. Drei Rabatte von 30%, 20% und 10% lassen 0,7 × 0,8 × 0,9 = 0,504 übrig — kaum die Hälfte, nicht die 60%, die sich durch Addieren ergäben. Je mehr Rabatte du kombinierst, desto weiter driftet die naive Summe von der Realität ab.

Die Reihenfolge spielt nie eine Rolle

Multiplikation ist kommutativ: erst 20% und dann 50% ergibt exakt denselben Endpreis wie umgekehrt. Wenn ein Geschäft sagt, die Reihenfolge sei bei den Rabatten selbst entscheidend, ist das keine Arithmetik — es ist eine Regel darüber, welche Aktionen überhaupt kombinierbar sind. Der Rechnung ist es gleichgültig.

Wo sie doch zählt: Steuern, Versand und Festbetrags-Gutscheine

Die Reihenfolge wird in dem Moment wirklich wichtig, in dem etwas kein Prozentsatz mehr ist. Ein fester 20-Gutschein kombiniert mit 50% Rabatt ist je nach Abfolge sehr unterschiedlich viel wert: 50% von 100 abziehen und dann 20, und du zahlst 30; erst 20 von 100 abziehen und dann 50%, und du zahlst 40. Das sind zehn Einheiten Unterschied bei einem einzigen Artikel — deshalb sind Kassensysteme so genau darin, in welcher Reihenfolge sie was anwenden. Steuern verhalten sich genauso: ein Prozentsatz nach einem Festbetragsrabatt trifft auf eine kleinere Basis. Versandkostenfrei-Schwellen sind die Falle, in die die meisten tappen: Rabatte werden meist angewendet, bevor die Schwelle geprüft wird, sodass ein Gutschein deine Bestellung still unter die Versandfrei-Grenze drücken und dich mehr kosten kann, als er gespart hat.

Rückwärts gerechnet: welcher einzelne Rabatt entspricht der Kombination?

Um eine Kombination in den einzelnen äquivalenten Rabatt umzurechnen, multipliziere die Reste und ziehe das Ergebnis von 1 ab. Für 50% und 20%: 1 − (0,5 × 0,8) = 0,6, also 60%. Diese Zahl lohnt sich vor dem Einkauf, denn "50% + 20% extra" ist so gestaltet, dass es auf den ersten Blick wie 70% wirkt. Eine nützliche Plausibilitätsprüfung: kombinierte Prozentrabatte können nie 100% erreichen, egal wie viele du kombinierst, weil du immer nur einen Bruchteil dessen abziehst, was übrig ist.

Unser Rabattrechner verarbeitet kombinierte Prozentsätze, Festbetrags-Gutscheine und Steuern in der richtigen Reihenfolge und zeigt den einzelnen äquivalenten Rabatt, damit du zwei Angebote direkt vergleichen kannst. Er läuft vollständig in deinem Browser — nichts, was du eingibst, wird irgendwohin gesendet.

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